3.2.3. Edaphische Bedingungen 

Die wenigen Autoren z.B. Lötschert (1958), Walter (1984), Mark (1995), die die Mogoten als Lebensraum für Pflanzen beschreiben, geben nur einen speziellen Standorttyp an, den der substratlosen blanken Felsen. Bei Bisse et al. (1984) und Borhidi (1991) findet man Hinweise, daß auf jedem einzelnen Kegelkarstberg mehrere verschiedene Pflanzenstandorte existieren. 

Schon Lötschert (1958) u.a. zeigen in Ihren Standortbeschreibungen eine Abhängigkeit der Vegetation von unterschiedlichen Bedingungen in verschiedenen Bereichen eines Mogoten. Es wird unterschieden zwischen vollsonnigen Standorten der Gipfelbereiche und südlichen Felswände, oder beschatteten Bereichen von Überhängen, Hangfuß und nördlichen Felswänden. 

Abbildung8 aus Lötschert (1958): Vegetationszonierung eines Mogoten.


 

Borhidi beschreibt zusammen mit kubanischen Wissenschaftlern mehrere unterschiedliche pflanzensoziologische Assoziationen. Ihre Existenz ist zum einen begründet in der Pflanzengeographie, denn die Typusstandorte befinden sich in ganz unterschiedlichen Bereichen der Insel Kuba, zum anderen sind sie auf edaphische Faktoren zurückzuführen.


 

Neben den unterschiedlichen felsigen Standorten, deren Vegetation sich ohne Bodensubstrat auf dem nackten Fels festkrallt, gibt es viele Bereiche auf den Mogoten mit Bodenbildung. Dies sind meist relativ kleine Flächen mit wenigen Metern bis einigen Zehnern Metern Durchmesser. Es handelt sich entweder um die „hoyos“ genannten Dolinen oder die Lehmann’schen Karrenwannen. In diesen Bereichen sammelt sich Bodensubstrat an. 


 

Über die Beschaffenheit und Klassifizierung dieser Böden ist keine Literatur bekannt. Der kubanische Geograph Onaney Muñiz teilte in einem persönlichen Gespräch mit es könnte sich um rote und graue Rendzinen handeln. Borhidi bezeichnet sie als flache Humuskarbonat-Rendzinen. Leider war es nicht möglich in der kurzen Zeit auf den Mogoten wenigstens die Tiefe der Bodenbildungen zu erkunden, aber es handelt sich um mindestens einige Dezimeter Substrat. Neben mineralischen Anteilen ist auch ein bedeutender Humusanteil zu erkennen.

 

Das Resultat der unterschiedlichen Standortbedingungen ist ein Mosaik von verschiedenen Vegetationstypen auf jedem einzelnen der Mogoten. Manche dieser Standorttypen erfordern an Trockenheit angepaßte Pflanzen. Die Standorte mit Bodenbildung erlauben aber einer Fülle von Arten die Entwicklung kleiner Waldgemeinschaften. Trotz des vorhandenen Substrates handelt es sich aber auf Grund des schnellen Versickerns des Niederschlages im Karst um relativ trockene Standorte. Ausnahmen hiervon sind einige Hoyos, deren Böden gut mit Feuchtigkeit versorgt sind. Die Feuchtigkeit stammt eventuell aus Zuflüssen des unterirdischen Gewässersystems, aber sicher wirkt sich das vorhandene Kleinklima mit erhöhter Luftfeuchtigkeit und damit herabgesetzter Verdunstung aus.