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3.1.1.
Geographie Kubas im Überblick
Kuba
ist die größte, der über 1000 Westindischen bzw. Karibischen
Inseln. Die Westindischen Inseln gliedert man in die Großen Antillen,
die Kleinen Antillen und die Bahamas. Zu den Großen Antillen gehören
die vier größten Inseln der Karibik: Kuba, Jamaika, Hispaniola
(Haiti und Dominikanische Republik) und Puerto Rico. Die Inselkette verbindet
die beiden Kontinentalblöcke Nord- und Südamerika in einem Bogen.
Die Karibischen Inseln einschließlich des Reliefs des Meeresbodens
erscheinen als eines der imposantesten Gebirge der Erde, mit Höhendifferenzen
von bis zu 12500 m. Denn der höchste Berg der Inselkette mit 3175
m Höhe ist der Pico Duarte auf Hispaniola und der tiefste Punkt der
Gräben in nächster Nähe zu den Inseln (Entfernung von der
Küste oft nur 30 km) ist in 9219 m Tiefe. (Blume
1973)
Kuba
liegt etwas südlich des nördlichen Wendekreises zwischen 23°17’
und 19°49’ nördlicher Breite (Havanna liegt auf ähnlicher
Breite wie Assuan oder Kalkutta), und zwischen 74° und 85° westlicher
Länge. Die Fläche des Archipels umfaßt, einschließlich
der Isla de Pinos und über tausend kleinen, auf dem kubanischen Schelf
liegenden, Inseln, 110922 km². Bei einer Länge von 1250 km hat
die Hauptinsel nur eine Breite von 32 bis 145 km. Der Abstand zu den benachbarten
Antillen-Inseln beträgt 77 km nach Hispaniola und 140 km nach Jamaika;
das nördlich gelegenen Florida ist 180 km (Key West 140 km) entfernt,
und 210 km westlich von Kuba liegt Yukatan. Während die drei anderen
Inseln der Großen Antillen ausgesprochenen Gebirgscharakter besitzen,
wird das Oberflächenbild von Kuba, abgesehen von vier größeren
Gebirgszügen, von ausgedehnten Tiefebenen geprägt.
Dreiviertel
der Fläche Kubas sind Ebenen, die zwischen 0 und ca. 100 NN liegen.
Diese flachen Landschaften erscheinen sehr einförmig. Wenn Sedimentgestein
als anstehendes Gestein die Bildung guter Böden zur Folge hatte, wird
meist großflächig Zuckerrohr angebaut. Bei Serpentin als anstehendes
Gestein entwickelten sich unfruchtbare Böden, die nur eine extensive
Weidenutzung ermöglichen. Weideflächen verbuschen seit einigen
Jahrzehnten mit dem aus Afrika eingeschleppten „Marabú“ (Dichrostachys
cinerea). Abbildung2
aus Blume (1968): Karte der Landschaftsgliederung Kubas
Die
höchsten Berge befinden sich im Osten Kubas in der Sierra Maestra,
mit der höchsten Erhebung der Insel, dem 1974 m hohen Pico Torquino.
Nordöstlich davon befindet sich das Sagua-Baracoa-Massiv. In Mittel-Kuba
erheben sich das Escambray- und das Sancti-Spiritus-Gebirge. In Westkuba
erstreckt sich das Guaniguanico-Massiv. Das
Guaniguanico-Massiv gliedert sich in zwei Gebirgsketten - die Sierra del
Rosario und die Sierra de los Organos. Die Sierra del Rosario ist geologisch
sehr vielgestaltig, mit Gesteinen unterschiedlichster Zusammensetzung und
Entstehungszeit. Die erst genannte Kette besitzt ein variableres Relief
als die zweite, mit der höchsten Erhebung Westkubas, dem Pan de Guajaibón
(692 m). In
der Sierra de los Organos kann man im groben drei Reliefniveaus erkennen,
ebene Flächen bei 100 bis 130 m, die unterschiedlich stark abgetragenen
Hügel der Pizarras und die Gipfelbereiche der Kalksierren bei 400
bis 500 m. Die Gipfelbereiche der Sierren sind Reste der miozänen
Rumpffläche, von deren Niveau beginnend exogene Kräfte die Mogoten
aus dem umgebenden Gestein herausgearbeitet haben (Lehmann
1960). Als höchste Erhebung des „Orgelgebirges“ wird von Blume
und anderen Autoren der 591 m hohe Pan de Azúcar angegeben, in der
neuesten zur Verfügung stehenden Karte (1991) ist der Mogote gleichen
Namens nur 335 m hoch. Dagegen enthält die Karte einen Meßpunkt,
der der öfter in Herbarbelegen unter „Pan de Azúcar“ angegebene
Fundort sein könnte, mit 616 m in der Sierra del Infierno. (Höhenangaben
bei verschiedenen Autoren und in den Karten variieren oft um einige Prozent). |
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