3.2.2. Klima

In diesem Kapitel werden hauptsächlich Angaben aus Borhidi (1991,1996) verwendet. Dort wurden sehr umfangreich die neuesten Angaben zu den Klimabedingungen Kubas zusammengetragen.

 
Durch die Lage der Insel Kuba im Karibischen Meer unter dem Einfluß der Passatwinde weicht das Klima stark von den kontinentalen Gebieten gleicher Breitengrade ab. Durch den warmen Nordäquatorialstrom sind die Witterungsbedingungen auf Kuba viel wärmer und ausgeglichener. Eine sommerliche Regenzeit von Juli bis November wird verursacht durch zyklonale Aktivitäten. Kühle trockene Hochdruck-Luftmassen, die vom nordamerikanischen Kontinent nach Kuba strömen, bewirken die trockene Wintersaison von Dezember bis Ende April, mit hauptsächlich sonnigen Wetter. Aber alle zwei bis drei Tage gibt es im Winter einen Wetterwechsel, wenn warme Winde aus der südlichen Karibik die Kaltfronten zurückdrängen und für Regenschauer auf Kuba sorgen.

 

Die Durchschnittstemperaturen sind an der Küste höher als im Landesinneren (BORHIDI). In Westkuba betragen die Jahresmittelwerte im Tiefland 24 - 25 °C. Blume gibt 25,2 °C für Gesamtkuba an. Die Temperaturmaxima liegen bei 36 - 37 °C. Tiefsttemperaturen liegen um die 5 °C, Frost und Schnee wurden in Kuba nie verzeichnet. 


 

Der Tagesgang der Temperaturen ist höher als die jahreszeitlichen Schwankungen, z.B. ist die Jahresamplitude der Monatsdurchschnitts-Temperaturen der Wetterstation der Stadt Pinar del Rio 6,8 K. Im Osten Kubas ist die Amplitude kleiner als im Westen, d.h. der Osten besitzt einen etwas tropischeren Charakter als der Westen. Ein Höhengradient der Temperaturen dürfte im Untersuchungsgebiet keine Rolle spielen, da es unter 500 NN liegt; Angaben dazu sind eine Temperaturabnahme von 0,65 K / 100 m.


 

Nach Muñiz (pers. Mitt.) beträgt die Luftfeuchtigkeit gemessen von der Wetterstation Viñales durchschnittlich 81 % und ist damit etwas höher als der Durchschnitt auf Kuba, der mit 74 - 80 % angegeben wird. In den Gebirgsregionen sind Werte von 85 - 90 % zu verzeichnen. In den regenarmen Monaten ist die Luftfeuchtigkeit naturgemäß niedriger als in den regenreichen Sommermonaten. 


 

Die Jahresniederschläge variieren auf Kuba sehr stark. Im Osten Kubas regnet es auf der Nordseite der Gebirge 3000 - 5000 mm, im Gebiet des südlichen Regenschattens des Gebirges nur 300 mm. Die Niederschläge nehmen von der Küste in Richtung auf das Landesinnere zu. Das Tiefland von Westkuba erhält 1400 - 1600 mm, die Bergregion 1800 mm, manche Orte sogar 2000 mm Regen. Die Niederschlagsmenge schwankt in einem Auswertungszeitraum von 30 Jahren von jährlich 600 - 800 mm bis 2200 - 2500 mm für dieses Gebiet. Für eine Meßperiode von 5 Jahren gibt MUÑIZ (pers. Mitt.) die Jahresniederschlagssumme von 1820 mm für die Meßstation Viñales an; davon fielen auf die trockenen Monate November bis April 400 mm. Westliche und östliche Hauptwindrichtun-gen verzeichnet diese Wetterstation. 


 

Für Viñales gibt Borhidi den bioklimatologischen Typ nach Gaussen4 c Th an. Dies ist ein wintertrockenes tropisches Klima mit 3 bis 4 trockenen Monaten. Die zonale Vegetation dazu sind halbimmergrüne Wälder [Ellenberg & Mueller-Dombois: I.A.3.a]oder immergrüne Saisonwälder [Ellenberg & Mueller-Dombois: I.A.2.]. Es gibt in der Sierra de los Organos kleinräumig sowohl Bereiche mit mehr als auch mit weniger Niederschlag. Typisch für die Provinz Pinar del Rio ist, daß durch die winterlichen Kaltfronten die Trockenzeit in zwei kurze und abgeschwächte Abschnitte geteilt wird. Denn der Januar ist meistens regnerisch.


 

Nicht unerwähnt bleiben darf die immer wiederkehrende Naturgewalt der Hurrikans, die durch ihre zerstörerische Kraft starken Einfluß auf die Vegetation haben. Windbruch verändert die Zusammensetzung des Biotops. Die Hurrikans liefern aber auch neue Diasporen und können dadurch das Artenspektrum erweitern.


 

Die felsigen Bereiche der Mogoten sind, obwohl das Gebiet relativ hohe Niederschläge aufweist, ein trockener Standort. Wie in allen Karstgebieten versickert das Wasser sofort durch Spalten im Gestein, dadurch ist es für die Vegetation innerhalb kürzester Zeit nicht mehr erreichbar. Auch ist auf den Mogoten durch die Exposition, bei der hohen Insolation im randtropischen Bereich, die Verdunstung sehr hoch.


 

Über die Höhe der Evapotranspiration liegen keine Angaben vor. Nur ein Wert von 0 - 400 mm der Wasserbilanz für die Sierra de los Organos ist aus einer Karte von Borhidi zu entnehmen, woraus sich (durch die Formel S = P - PE  PE = 1800 - 200 = 1600) ein ungefährer Wert für die Evapotranspiration von 1400 - 1800 mm ergeben würde. Die Messung der Evapotranspiration ist bekanntlich sehr aufwendig, errechnete Werte sind problematisch. In diesem Fall kommt noch hinzu, daß es unklar ist mit welcher Methode Borhidi zu den Werten gelangte.



Abbildung7 aus Borhidi (1991): Walter-Diagramm von Viñales.