3.3.5. Mogotenstandorte bei anderen Autoren


 
Bisse, Sánchez-Villaverde, Rankin-Rodriguez (1984) beschreiben drei unterschiedliche Vegetationstypen auf den Mogoten Westkubas am Beispiel der Mogoten von Sumidero. Die Aufsammlung wurde im Monat Januar unternommen. Es handelt sich um ein Gebiet im westlichen Bereich der Sierra de los Organos [22°27’N / 83°52’W], 30 km Luftlinie von Viñales entfernt. 

 
Der erste Vegetationstyp „monte semicadicifolio“ ist ein (mesophyller) halbimmergrüner Wald im Fußbereich der Mogoten. Der Wald stockt auf einem tiefgründigen Boden. Über das geschlossene Laubdach ragen einzelne Exemplare von Roytonea regia (H.B.K.) O.F.Cook, Samanea saman (Jacq.) Merrill, Mastichodendron foetidissimum (Jacq.) Dronquist, Ficus crassinerviaWilld., Poeppigia proceraPresl, Cupania macrophylla A.Rich. und Bursera simaruba (L.) Sargent. Die Baumschicht bilden Exothea paniculata (Juss.) Radlk., Pseudolmedia spuria (Sw.) Griseb., Guazuma tomentosa H.B.K., Gossypiospermum praecox (Griseb.) P.Wils., Oxandra lanceolata (Sw.) Baill., Casearia mollis H.B.K., C. spinescens (Sw.) Griseb., Amyris balsamifera L., Eugenia galolonensis (Griseb.) Krug & URB., Erythroxylon havanenseJacq. und Psychotria spec.. Als Krautschicht werden einige Gräser aufgeführt: Oplismenus setarius (Lam.) Reis. & Seem., Olyra latifolia L., Pharus glaber H.B.K., Litachne spec., und die Staude Elephantopus mollis H.B.K.. An Lianen wachsen in diesem Waldtyp: Gouania polygama (Jacq.) Urb., Tournefortia hirsutissima L., Chiococca alba (L.) Hitchc. und Micania cordifolia (L.f.) Willd.. 

 

Der zweite Vegetationstyp sind steile Felswände, „farallones“. Hier gibt es nur Bodensubstrat in den Felsritzen und -spalten. An Phanerophyten leben in diesem Bereich Gaussia princeps, Thrinax morrisii und Bombacopsis cubensis. An weiteren Arten werden Agave tubulata, Tillandsia capitata var. capitata,Philodendron lacerum, P. krebsiiSchott und Anthurium venosum angegeben. In schattigen Felsspalten wachsen: Adiantum fragileSw., Asplenium dentatum L., Pilea microphylla (L.) Liebm., Fleurya cuneata (A.Rich.) Wedd. und verschiedene Selaginella-Arten. An sonnigen Plätzen gedeihen die KakteenSelenicereus grandiflorus, Harrisia earlei Britt. & Rose und Opuntia spec.. Außerdem können Neomacfadyena podopogon Dc., Terminalia intermedia (A.Rich.) Urb., Malpighia shaferiBhidi., M. horridaSmall, Siemensia pendula (Wr. & Griseb.) Urb. und Acalypha mogotensisUrb. gefunden werden.

Abbildung 24 aus Bisse et al. (1984): Vegetation des Gipfelbereiches eines Mogoten.


Legende zu Abbildung 24)

1) Tillandsia spec., 2) Selenicereus grandiflorus, 3) Encyclia spec., 

4) Cattleyopsis lindenii, 5) Philodendron lacerum, 6) Triopteris rigida,

7) Cynanchum ephedroides, 8) Smilax havanensis, 9) Passiflora suberosa,

10) Erythroxylon areolatum, 11) Agave tubulata, 12) Gaussia princeps

13) Celtis trinervia, 14) Plumeria sericifolia, 15) Anthacanthus purpurascens,

16) Thrinax morrisii, 17) Ficus aurea, 18) Bourreria polyneura

19) Terminalia intermedia, 20) Castela calcicola, 21) Comacladia dentata,

22) Tabebuia calcicola, 23) Guettarda brevinodis.


 

Der dritte Vegetationstyp sind die Gipfelbereiche der Mogoten (Abb. 21). An Gehölzen wurden hier festgestellt: Tabebuia calcicola, Ateramnus lucidus, Diospyrus crassinervis, Guettarda brevinodis, Ficus aurea, Plumeria sericifoliaWr. & Griseb., Ekmanianthe actinophylla, Guapira obtusata (Jacq.) Little, Comocladia dentataJacq., Erythroxylon areolatum L., Macrocatalpa purpureaBritt., Guettarda calyptrata, Exostema caribaeum, Castela calcicola (Britt. & SmallEkm. & Urb., Annona cascarilloides C.Wright., Bursera angustataWr., Zanthoxylon pimpinelloides (Lam.) Dc., Anthacanthus purpurascensGriseb., Ceratopyxis verbenacea, Casasia calophylla, Gaussia princeps, Celtis trinervia Lam. und Lantana spec.. Ferner wachsen hier Leptocereus prostratus BRITT. & ROSE, Agave tubulata. Epiphytisch wachsen Encyclia spec., Cattleyopsis lindenii (Lindl.) Cogn. und Tillandsia. spec.. An Lianen registrierte man: Smilax havanensis Jacq., Passiflora suberosa, P. multiflora L., Stigmaphyllon sagraeanum, Cynanchum ephedroides (Griseb.) Alain, Distictis lactiflora (VahlDc., Triopteris rigidaSw., Philodendron lacerum, Arthrostylidium spec. und Aristolochia spec..


 

Von Gutierrez-AmaroBisseRankin-Rodriguez ist ebenfalls 1984 in der gleichen Zeitschrift ein Artikel über die Mogotenvegetation der Sierra de Nipes erschienen. Dieser Bericht kann nicht ebenso gut genutzt werden wie der zuletzt zitierte Aufsatz, da die Standorte nicht aufgeschlüsselt sind. Außerdem ist kein direkter Vergleich möglich, da die Sierra de Nipe zur phytogeographischen Subprovinz Ostkuba gehört.


 

Borhidi (1991, 1996) beschreibt Vegetationstypen der Mogoten nach unterschiedlichen Gesichtspunkten. Nach phytogeographischer Betrachtung gibt es vier Varianten: 

1. Die artenreichen Vegetationsassoziationen der Mogoten der jurasischen,

harten Kalke in der westkubanischen Provinz Pinar del Rio.

2. Die artenarme Mogotenvegetation der postjurasischen, weichen Kalke in 

den westkubanischen Provinzen Habana und Matanzas.

3. Die isolierten Kalkfelsen des östlichen Kubas.

4. Karstgebiete in der montanen Regenwaldzone der ostkubanischen 

Gebirge und der Sierra Escambray.


 

Im Gegensatz zu den westlichen Mogotenstandorten zeichnen sich die östlichen Mogoten aus durch: 

1. Das Fehlen der Arten mit tonnenförmigen Stämmen.

2. Die Gattung Thrinax ist ersetzt durch Hemithrinax oder Coccothrinax.

3. Säulenkakteen sind vertreten.

4. Laubwerfende Elemente sind weniger häufig; sie werden durch 

immergrüne hartlaubige Gehölze ersetzt.
 

Auf Mogotenstandorte außerhalb der Sierra de los Organos kann hier nicht weiter eingegangen werden, da die Artzusammensetzung erheblich vom Untersuchungsgebiet abweicht.


 

Nach Borhidi existieren auf den artenreichen westkubanischen Mogoten sechs Vegetationsgesellschaften: 

(a) Staudengemeinschaften der sonnigen Felsspalten (hauptsächlich Sukkulente),

(b) Staudengemeinschaften der schattigen Felsspalten, 

(c) von Sträuchern dominierte Mogoten-Wälder,

(d) von Bromelien dominierte Mogoten-Wälder, 

(e) halbimmergrüne Wälder der Fußbereiche der Mogoten und

(f) Saison-Regenwälder der Hoyos. 
 

Zum „Mogoten-Komplex“ gehören (a) bis (d). Die von Sträuchern und die von Bromelien dominierten Vegetationsgesellschaften bezeichnet er als die Mogoten-Wälder s.str., (c) und (d). Die halbimmergrünen Wälder des Fußbereiches der Mogoten und die Saison-Regenwälder der Hoyos schließt er vom eigentlichen „Mogoten-Komplex“ aus, (e) und (f).

Abbildung 25 aus BORHIDI (1991): Schema der Vegetationselemante auf Mogoten



 
 

Als Vegetationsgesellschaften der Mogoten werden 1996 drei Vegetationsassoziationen beschrieben.

Zur Allianz Spathelio brittonii-Gaussion Borhidi 1991 gehören:

(siehe auch die in Tabelle3 aus Spalte 26 in Borhidi (1991) aufgeführten Arten, falls die dort aufgelisteten Arten mit den von mir gesammelten Arten übereinstimmen wurden diese markiert)

Vrieseo-Ceratopyxidetum verbenaceae BorhidiCapote 1991

 Ceratopyxidi-Gaussietum principis Borhidi 1996

 Bombacopsi-Gaussietum principis Borhidi 1996

Vrieseo-Ceratopyxidetum verbenaceae ist eine Vegetationsgemeinsschaft auf den Gipfeln der Mogoten. Der Kalkfels wird dominiert von Bromelien. Wenige Gehölze wachsen aus Löchern und Spalten im Fels empor. 

Auszüge aus Tabellen in Anhang von Borhidi (1996). Nur in der gedruckten Version.

Tabelle4 aus Borhidi (1996): Zusammensetzung einer Pflanzengemeinschaft auf den Mogoten.

Ceratopyxidi-Gaussietum principis ist eine Vegetationsgemeinschaft, die sich aus wenigen hochwachsenden Bäumen und Palmen und Sträuchern, besonders Ceratopyxis verbenacea, zusammensetzt. 

Auszüge aus Tabellen in Anhang von Borhidi (1996). Nur in der gedruckten Version.

Tabelle5 aus Borhidi (1996): Zusammensetzung einer Pflanzengemeinschaft auf den Mogoten.


Bombacopsi-Gaussietum principis ist eine Waldgemeinschaft der Hänge im Fußbereich der Mogoten und der sanft geneigten Hügel. Über das Laubdach der 4 - 8 m hohen Bäume ragen einige 8 - 12 m hohe Bäume und Palmen. Darunter befindet sich eine wohl ausgebildete Strauchschicht und eine weniger dichte Krautschicht. Viele Epiphyten und Lianen sind Bestandteil dieser Standorte.



Auszüge aus Tabellen in Anhang von Borhidi (1996). Nur in der gedruckten Version.

Tabelle6 aus Borhidi (1996): Zusammensetzung einer Pflanzengemeinschaft auf den Mogoten.